Eine Magento Inventur im eigentlichen Sinn gibt es nicht: In der Bestandsverwaltung findest du Sources, Stocks und Reservierungen. Was du nicht findest, ist ein Zählvorgang – kein Zählauftrag, kein Soll-Ist-Vergleich, keine Differenzbuchung. Das ist keine Lücke im Handbuch, das ist eine Aufgabenteilung.
Du kannst die Menge eines Artikels an einem Source von Hand ändern. Das ist eine Korrektur, kein Zählprozess.
Keine Auswahl, was gezählt werden soll, keine Erfassung durch mehrere Personen, kein Vergleich von Soll und Ist.
Ohne Lagerplatz gibt es keine Zähleinheit. Man kann nur den Gesamtbestand eines Artikels prüfen – also praktisch das ganze Lager auf einmal.
Du wählst, was gezählt wird – einzelne Lagerplätze, ein Regal, eine Artikelgruppe oder die Schnelldreher.
Am Platz wird das Platz-Etikett gescannt, dann der Artikel, dann die gefundene Menge erfasst.
Soll und Ist stehen gegenüber, samt Artikel und Lagerplatz. Abweichungen sind sofort erkennbar.
Die Differenz wird gebucht, der Bestand korrigiert und der neue Wert an Magento gemeldet. Der Rest des Lagers arbeitet die ganze Zeit weiter.
| Stichtagsinventur | Permanente Inventur | |
|---|---|---|
| Betrieb | steht still | läuft weiter |
| Personal | alle gleichzeitig | ein bis zwei Leute nebenher |
| Häufigkeit | einmal im Jahr | laufend, Schnelldreher öfter |
| Fehlerentdeckung | mit bis zu zwölf Monaten Verzögerung | innerhalb von Tagen |
| Voraussetzung | keine | Lagerplätze müssen gepflegt sein |
In einem System ohne Reservierungsebene fällt ein Fehlbestand schnell auf. In Magento nicht unbedingt: Zwischen physischer Menge und verkaufbarer Menge liegt das Reservierungs-Hauptbuch – und das kann eine Abweichung eine Weile kaschieren.
Stimmt die verkaufbare Menge nicht, kann das an der Reservierung liegen oder daran, dass die Ware tatsächlich fehlt. Ohne Zählung lässt sich das nicht trennen.
Wer die physische Menge kennt, kann die Reservierungsfrage sauber davon trennen.
Beim Zählen werden bei entsprechenden Artikeln Chargennummer und Haltbarkeit miterfasst.
Wie oft du zählst, entscheidet darüber, wie teuer ein Fehlbestand wird – nicht, wie genau du zählst.
Ein einfacher Rhythmus reicht: Schnelldreher monatlich oder quartalsweise, der Rest einmal im Jahr, Problemartikel nach Bedarf zwischendurch. Wichtig ist nur, dass jeder Zählvorgang einen Lagerplatz als Bezug hat – sonst bleibt nur die Gesamtzählung, und die kostet einen Betriebstag. Wie die Plätze überhaupt entstehen, steht auf Kommissionierung & Pickliste.
Was Magento stattdessen anbietet, ist die manuelle Mengenkorrektur, die Adobe in der Dokumentation zur Mengenverwaltung beschreibt. Das ist das Ergebnis einer Zählung, nicht die Zählung selbst. Eine Magento Inventur mit beeShip läuft deshalb platzweise im laufenden Betrieb: Zählauftrag anlegen, am Regal scannen, Differenz sehen, buchen. Der neue Bestand geht anschließend an Magento, und der Versand steht dafür keine Stunde still.
Zwei Hinweise aus der Praxis: Zähle nicht am Monatsende, wenn ohnehin am meisten rausgeht, sondern in ruhigen Stunden – die Zählung ist dann schneller und die Differenzen sind eindeutiger. Und sieh dir nach der Buchung noch einmal die verkaufbare Menge im Shop an. Bleibt dort eine Abweichung stehen, obwohl der physische Bestand jetzt stimmt, liegt sie nicht am Lager, sondern an einer offenen Reservierung – und gehört dorthin, wo sie entstanden ist.
Grundlage dafür sind Lagerplätze – siehe Kommissionierung & Pickliste.
Nein. Die Bestandsverwaltung erlaubt, Mengen an einem Source zu korrigieren, bringt aber keinen Zählvorgang mit Zählauftrag, Soll-Ist-Vergleich und Differenzbuchung mit.
Nein. Gezählt wird platzweise im laufenden Betrieb. Nur der gerade gezählte Bereich ist kurz blockiert.
Ja. Ohne Lagerplatz gibt es keine Zähleinheit – dann bleibt nur die Gesamtzählung.
Nach der Differenzbuchung wird der neue Bestand an Magento gemeldet.
Ja, bei entsprechend gekennzeichneten Artikeln werden Chargennummer und Mindesthaltbarkeitsdatum erfasst.
Nach Umschlag. Schnelldreher monatlich oder quartalsweise, langsam drehende Artikel einmal im Jahr.
Sie zeigen auf den Prozess, nicht auf die Zählung: meist ein Artikel ohne festen Lagerplatz, ein fehlender Barcode oder ein Griff, der nicht gebucht wird. Die Historie je Platz macht das sichtbar.
In der Demo gehen wir einen Zählauftrag durch – von der Anlage bis zur gebuchten Differenz.