EAN-Nummer: eindeutige Kennung für jeden Artikel
Was ist eine EAN-Nummer, wie ist sie aufgebaut und warum erleichtert sie Wareneingang, Kommissionierung und Inventur? Der Praxisratgeber für Onlinehändler.

Inhaltsverzeichnis
- Was genau ist eine EAN-Nummer?
- Wie ist eine EAN-13 aufgebaut?
- Woher bekomme ich eine EAN-Nummer?
- Brauche ich als Onlinehändler überhaupt eine EAN?
- Wie hilft die EAN im Lageralltag?
- EAN vs. SKU – was ist der Unterschied?
- Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um
- Zum Mitnehmen
- Häufige Fragen zur EAN-Nummer
Die EAN-Nummer (European Article Number, heute GTIN) ist eine international standardisierte, meist 13-stellige Artikelnummer, die über GS1 vergeben und als Barcode auf Produkte gedruckt wird. Sie identifiziert ein Produkt eindeutig und macht es scannbar.
„Kann ich diesen Artikel einfach scannen?“ Diese Frage hören wir oft, wenn Händler das erste Mal mit Barcodes arbeiten. Die kurze Antwort: Ja – vorausgesetzt, die EAN-Nummer ist korrekt hinterlegt und der Barcode ist sauber gedruckt.
Die EAN-Nummer ist der unsichtbare rote Faden, der sich durch Wareneingang, Lager, Kommissionierung und Versand zieht. Wer sie richtig einsetzt, spart sich viel Tippen und noch mehr Fehler. Wer sie ignoriert, kämpft mit Verwechslungen und Inventurdifferenzen. Kein Wunder, dass die EAN in fast jedem Lageralltag auftaucht – ob beim Scannen am Wareneingang, beim Pick & Pack oder bei der Inventur.
Was genau ist eine EAN-Nummer?
Die EAN-Nummer ist eine international standardisierte Artikelkennung. Sie besteht aus Ziffern und wird als Barcode auf Produkten oder Verpackungen angebracht. Der bekannteste Typ ist die EAN-13 mit 13 Ziffern – sie ist im Einzelhandel weltweit verbreitet. Daneben gibt es die EAN-8 für kleinere Verpackungen. Offiziell heißt die Nummer heute GTIN (Global Trade Item Number) – eine EAN-13 entspricht der GTIN-13, im Alltag sind beide Begriffe gebräuchlich.
Der Sinn: Jedes Produkt erhält eine eindeutige Nummer, die von Scannern gelesen werden kann. So weiß das System sofort, um welchen Artikel es geht – ohne manuelle Eingabe. Das beschleunigt Prozesse und reduziert Fehler.
Wie ist eine EAN-13 aufgebaut?
Die 13 Ziffern haben eine feste Struktur. Schauen wir sie uns an:
- Präfix (meist 3 Ziffern): Kennzeichnet die GS1-Länderorganisation, die die Nummer vergeben hat. 400–440 steht zum Beispiel für GS1 Germany. Das Präfix sagt aber nicht aus, wo ein Produkt hergestellt wurde.
- Unternehmensnummer: Wird von GS1 an das Unternehmen vergeben und identifiziert den Markeninhaber bzw. Inverkehrbringer. Präfix und Unternehmensnummer bilden zusammen die GS1-Basisnummer – in Deutschland je nach Lizenz 7, 8 oder 9 Stellen lang.
- Artikelnummer: Die verbleibenden Stellen (je nach Basisnummer 5, 4 oder 3) vergibst du selbst. Hier wird das konkrete Produkt codiert.
- Prüfziffer (1 Ziffer): Wird aus den anderen Ziffern berechnet und dient der Fehlererkennung beim Scannen.
Ein Beispiel mit fiktiver Nummer: Nehmen wir die zwölf Ziffern 4 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0. Die ersten drei (401) sind das Präfix aus dem deutschen Bereich, dann folgen Unternehmens- und Artikelnummer. Für die Prüfziffer multiplizierst du die Ziffern von links abwechselnd mit 1 und 3 und addierst alles: 4 + 0 + 1 + 6 + 3 + 12 + 5 + 18 + 7 + 24 + 9 + 0 = 89. Die Differenz zur nächsten Zehnerzahl ist die Prüfziffer: 90 − 89 = 1. Die vollständige EAN lautet also 4012345678901.
Woher bekomme ich eine EAN-Nummer?
EAN-Nummern werden nicht frei vergeben, sondern über GS1 – in Deutschland GS1 Germany. Du schließt dort eine Lizenz für eine GS1-Basisnummer ab. Damit erhältst du einen Nummernkreis, aus dem du die EANs für deine Artikel selbst bildest. Die genauen Bedingungen und Kosten findest du auf gs1.de. Vorsicht bei Angeboten, die einzelne Nummern günstig weiterverkaufen: Stammt eine EAN nicht aus einem Nummernkreis, der deinem Unternehmen zugeordnet ist, kann es auf Marktplätzen Probleme geben.
Brauche ich als Onlinehändler überhaupt eine EAN?
Das hängt vom Vertriebskanal ab. Auf Marktplätzen wie Amazon oder eBay wird die EAN häufig verlangt, um Produkte einzustellen – mit Ausnahmen je nach Kategorie und Marke. Für den eigenen Shop ist sie nicht zwingend, aber sehr nützlich. Denn: Eine EAN beschleunigt den Wareneingang, die Kommissionierung und die Inventur erheblich. Wenn du mit SKUs arbeitest, kannst du EAN und SKU parallel führen – musst aber festlegen, welcher Identifikator der primäre ist.
Lege frühzeitig fest, ob deine SKU oder die EAN der führende Identifikator im Lager ist. Vermischst du beides ohne klare Regel, entstehen leicht Verwechslungen – besonders bei Varianten wie Farben oder Größen.
Wie hilft die EAN im Lageralltag?
Die EAN ist ein echter Beschleuniger, wenn sie konsequent genutzt wird:
- Wareneingang: Artikel per Scan erfassen statt Nummern abzutippen – so lässt sich die Lieferung leichter mit der Bestellung abgleichen.
- Pick & Pack: Der Scanner bestätigt, dass der richtige Artikel gegriffen wurde. Fehlgriffe werden sofort erkannt.
- Inventur: Statt Zettel und Stift einfach scannen – schneller und weniger Fehler.
- Retouren: Auch Rücksendungen lassen sich per Scan dem richtigen Artikel zuordnen.
Das funktioniert natürlich nur, wenn die EAN in deinem System korrekt hinterlegt ist und der Barcode lesbar ist. Ein abgenutzter oder schlecht gedruckter Barcode kann den ganzen Prozess ausbremsen.
EAN vs. SKU – was ist der Unterschied?
Die EAN ist eine global eindeutige Nummer, die von GS1 vergeben wird und ein Produkt weltweit identifiziert. Die SKU (Stock Keeping Unit) ist eine interne Artikelnummer, die du selbst vergibst. Sie ist nur in deinem System eindeutig und kann frei gestaltet werden. Viele Händler nutzen beide: Die EAN für den Marktplatz, die SKU für die interne Lagerverwaltung. Wichtig ist, dass beide Nummern eindeutig sind und nicht doppelt vergeben werden. Mehr dazu findest du in unserem Lexikonbeitrag zur Artikelnummer und zur SKU.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
In der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Stolpersteine:
- Doppelte EANs: Zwei verschiedene Artikel mit derselben EAN – das führt zu Chaos. Prüfe deine Stammdaten regelmäßig.
- Falsche Prüfziffer: Ein Tippfehler bei der manuellen Eingabe macht den Code ungültig. Nutze einen Barcode-Generator, der die Prüfziffer automatisch berechnet.
- Unlesbare Barcodes: Zu klein gedruckt oder mit schlechter Druckqualität – der Scanner erkennt nichts. Achte auf ausreichende Größe und Kontrast.
- EAN nicht im System: Wenn die EAN nicht in der Warenwirtschaft hinterlegt ist, kann der Scan nicht zugeordnet werden. Pflege die Daten bei der Artikelanlage.
So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um
In beeShip pflegst du SKU und EAN/Barcode direkt in den Stammdaten jedes Artikels. Beim Pick & Pack scannt dein Team jeden Artikel der Bestellung, das System prüft den Scan. In der Inventur scannst du EAN, SKU oder Lagerort und trägst die gezählte Menge ein. Auch in der mobilen App findest du Artikel per EAN- oder SKU-Scan. Fehlt auf einem Produkt ein Barcode, druckst du Artikeletiketten direkt aus beeShip – als EAN-13 oder, für Artikel ohne EAN, als Code 128 mit der SKU.
Unser Tipp aus dem Handbuch: Arbeitest du mit SKU und EAN, lege fest, welcher der primäre Identifikator ist. Mehr zur Artikelpflege findest du im beeShip-Handbuch.
Zum Mitnehmen
- Die EAN-Nummer ist eine international standardisierte Artikelkennung, die als Barcode gescannt werden kann.
- Sie beschleunigt Wareneingang, Kommissionierung und Inventur und reduziert Fehler.
- Marktplätze wie Amazon verlangen sie häufig – im eigenen Shop ist sie freiwillig.
- Achte auf korrekte Hinterlegung und lesbare Barcodes, sonst bremst sie statt zu helfen.
Häufige Fragen zur EAN-Nummer
Muss ich als Onlinehändler eine EAN-Nummer haben?
Nicht zwingend. Für den eigenen Shop reicht oft eine SKU. Marktplätze wie Amazon verlangen die EAN jedoch häufig. Auch im Lager ist sie sehr nützlich, weil sie das Scannen ermöglicht.
Was kostet eine EAN-Nummer?
Die Vergabe erfolgt über GS1 Germany. Die Konditionen findest du auf gs1.de.
Kann ich meine EAN selbst generieren?
Nur innerhalb deines eigenen GS1-Nummernkreises: Hast du eine GS1-Basisnummer, bildest du die Artikelnummern und Prüfziffern selbst. Ohne Lizenz ausgedachte Nummern sind keine gültigen EANs. Das Barcode-Bild zu einer vorhandenen Nummer kannst du dagegen mit einem Barcode-Generator erstellen.
Was ist der Unterschied zwischen EAN und SKU?
Die EAN ist global eindeutig und wird von GS1 vergeben. Die SKU ist eine interne Nummer, die du selbst vergibst. Viele Händler nutzen beide parallel.
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
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