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Auftragsdurchlaufzeit: So misst und verkürzt du sie

Auftragsdurchlaufzeit verstehen: Formel, durchgerechnetes Beispiel, Interpretation und typische Rechenfehler. So findest du Engpässe vom Bestelleingang bis zum Versandlabel.

Auftragsdurchlaufzeit: Formel und Beispiel für Lager und Versand
Inhaltsverzeichnis
  1. Warum die Auftragsdurchlaufzeit mehr ist als eine Zahl
  2. Die Formel im Detail
  3. Durchgerechnetes Beispiel
  4. Zweite Variante: Sammelkommissionierung
  5. Wie interpretierst du das Ergebnis?
  6. Typische Rechenfehler
  7. Hebel, die wirklich wirken
  8. So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um
  9. Häufige Fragen zur Auftragsdurchlaufzeit
Auf einen Blick

Die Auftragsdurchlaufzeit ist die Zeitspanne von der Bestellung bis zum versandfertigen Paket. Sie umfasst Warte-, Pick- und Packzeit und ist eine zentrale Kennzahl für Lager und Versand.

Auch genannt: Order Cycle Time, Durchlaufzeit Auftrag, Bearbeitungszeit Bestellung, Order-to-Ship-Zeit
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Formel

Auftragsdurchlaufzeit = Wartezeit + Pickzeit + Packzeit + Labelzeit (jeweils vom Bestelleingang bis zum fertigen Versandlabel).

Die Auftragsdurchlaufzeit sagt dir, wie lange ein Auftrag wirklich braucht – nicht nur, wie schnell jemand pickt. Sie ist die Summe aus Warten, Picken, Packen und Labeldruck. Brauchst du sie? Ja, sobald du Versandkosten senken, Kundenversprechen halten oder Personal planen willst.

Stell dir vor, du kommst morgens ins Lager, 80 Bestellungen warten. Dein Team pickt wie verrückt, aber die Pakete gehen erst nachmittags raus. Woran lag’s? Meist nicht am Picken. Es lag am Warten – auf Zahlungseingang, auf Klärung, auf den richtigen Drucker. Genau das deckt die Auftragsdurchlaufzeit auf.

Diagramm zur Auftragsdurchlaufzeit mit den Teilzeiten Wartezeit, Pickzeit, Packzeit und Labelzeit
Auftragsdurchlaufzeit im Überblick – Die Summe der Teilzeiten ergibt die Auftragsdurchlaufzeit. Im Beispiel dominiert die Wartezeit.

Warum die Auftragsdurchlaufzeit mehr ist als eine Zahl

Viele Händler messen nur die Pickzeit. Das ist zu kurz gesprungen. Die Auftragsdurchlaufzeit ist die Kennzahl, die dein Kunde spürt. Sie beeinflusst:

  • Versandkosten: Wer spät packt, verpasst eher die Abholung – und weicht dann schneller auf teurere Express-Optionen aus.
  • Kundenzufriedenheit: „Heute bestellt, heute versandt“ ist ein Versprechen, das du nur mit kurzer Durchlaufzeit halten kannst.
  • Lagerplanung: Lange Wartezeiten binden Personal und Platz.
  • Skalierung: Wenn du wächst, wächst die Wartezeit zuerst – nicht die Pickzeit.

Deshalb lohnt es sich, die Auftragsdurchlaufzeit in Teilzeiten zu zerlegen. Nur so siehst du, wo der Schuh drückt.

Die Formel im Detail

Die Grundformel lautet:

Auftragsdurchlaufzeit = Wartezeit + Pickzeit + Packzeit + Labelzeit

Manchmal kommt noch eine Qualitätskontrolle oder eine Sonderverpackung dazu. Für den Alltag reicht diese Aufteilung. Wichtig: Alle Zeiten beziehen sich auf denselben Auftrag – vom Zeitstempel des Bestelleingangs bis zum Zeitstempel des Labeldrucks.

Durchgerechnetes Beispiel

Nehmen wir einen typischen Auftrag mit zwei Artikeln. Die Zeiten sind Beispielwerte, keine Benchmarks.

SchrittRechnungErgebnis
BestelleingangStartzeit09:00 Uhr
Wartezeit (Zahlung, Klärung)09:00 – 09:4545 min
Pickzeit09:45 – 10:0520 min
Packzeit10:05 – 10:127 min
Labelzeit10:12 – 10:153 min
Auftragsdurchlaufzeit45 + 20 + 7 + 375 min

In diesem Beispiel dominiert die Wartezeit. Kürzt du die Pickzeit um ein Viertel, gewinnst du 5 Minuten – halbierst du die Wartezeit, sind es gut 22 Minuten.

Zweite Variante: Sammelkommissionierung

Bei Sammelkommissionierung pickst du mehrere Aufträge gleichzeitig. Die Pickzeit pro Auftrag sinkt, aber die Wartezeit vor dem Pick kann steigen, weil du wartest, bis genug Aufträge für einen Batch zusammen sind. Rechne also immer mit demselben Auftrag.

Beispiel: 10 Aufträge werden zusammen gepickt. Die Pickzeit für alle 10 beträgt 60 Minuten, also 6 Minuten pro Auftrag. Die Wartezeit steigt aber von 45 auf 60 Minuten, weil der Batch erst voll werden muss. Unterm Strich: 60 + 6 + 7 + 3 = 76 Minuten. Fast gleich. Der Vorteil liegt woanders – weniger Wege, weniger Fehler.

75 minBeispiel: Einzelauftrag mit Wartezeit
6 minPickzeit pro Auftrag bei Sammelkommissionierung
45 minWartezeit im Beispiel – oft der größte Block

Wie interpretierst du das Ergebnis?

Eine Zahl allein sagt wenig. Schau dir die Verteilung an. Die folgenden Schwellen sind grobe Faustwerte zur Orientierung, keine Norm:

  • Wartezeit > 50 %: Dein Engpass liegt vor dem Lager – Zahlungsabgleich, Klärungen, Freigaben.
  • Pickzeit > 40 %: Wege, Suchzeiten oder fehlende Barcodes bremsen.
  • Packzeit > 20 %: Verpackungsmaterial, fehlende Vorbereitung oder viele Sonderfälle.
  • Labelzeit > 10 %: Drucker, Software oder manuelle Auswahl des Versanddienstleisters.

Vergleiche nicht Äpfel mit Birnen. Ein Auftrag mit 20 Positionen braucht länger als einer mit einer. Deshalb ist der Median oft aussagekräftiger als der Durchschnitt. Und: Einzelne Ausreißer (Sonderanfertigungen) verzerren den Schnitt.

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Typische Rechenfehler

Wir sehen immer wieder dieselben Stolpersteine:

  1. Nur die Pickzeit messen. Dann optimierst du das falsche Ende.
  2. Wartezeit ignorieren. „Der Auftrag lag halt rum“ ist keine Erklärung, sondern eine Lücke in der Prozesskette.
  3. Durchschnitt statt Median. Ein 3-Stunden-Ausreißer zieht den Schnitt nach oben, obwohl z. B. fast alle anderen Aufträge in 20 Minuten rausgehen.
  4. Zeitstempel falsch setzen. Der Bestelleingang ist nicht der Zeitpunkt, an dem du die E-Mail liest.
  5. Teilzeiten überschneiden sich. Wenn Packen und Labeldruck parallel laufen, darfst du sie nicht einfach addieren.

Und noch ein Klassiker: Du misst nur an einem Tag. Montage sind anders als Donnerstage. Miss über eine Woche, dann siehst du Muster.

Hebel, die wirklich wirken

Wenn du die Auftragsdurchlaufzeit senken willst, fang bei der Wartezeit an. Das sind die größten Hebel:

  • Zahlungsabgleich automatisieren: Bestellungen erst freigeben, wenn Zahlung da ist – aber das automatisch.
  • Bulk-Versand: Mehrere Labels auf einmal drucken statt einzeln. Besonders in Peak-Zeiten wie dem Adventskalender-Versand.
  • Sammelkommissionierung: Mehrere Aufträge in einem Gang picken.
  • Pick-Pack-Ship-Trennung: Klare Stationen statt Hin-und-Her. Mehr dazu im Pick-Pack-Ship-Prinzip.
  • Barcode-Scannen: Reduziert Fehler und Suchzeiten.

Diese Hebel wirken nicht isoliert. Bulk-Versand ohne saubere Kommissionierung verschiebt das Problem nur.

So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um

beeShip bietet eine Auto-Pickstation, an der du Bestellungen nacheinander abarbeitest, ohne den Bildschirm zu wechseln. Artikel scannst du per Barcode, das System lädt automatisch die nächste Bestellung. Am Packtisch kannst du Trolleys oder Boxen scannen und Versandetiketten direkt drucken. Versanddienstleister und Drucker können über Versandregeln und Druckerzuweisungen automatisch gewählt werden – das spart Klicks bei der Labelzeit. In der Bestellungsverwaltung siehst du je Auftrag Bestelldatum, Status und Versandinformationen – ein guter Ausgangspunkt, um deine Durchlaufzeit zu beobachten.

Häufige Fragen zur Auftragsdurchlaufzeit

Was zählt alles zur Auftragsdurchlaufzeit?

Alles vom Bestelleingang bis zum fertigen Versandlabel: Wartezeit (z. B. Zahlungsabgleich), Pickzeit, Packzeit und Labelzeit. Nicht dazu gehört der Transport zum Kunden.

Ist die Auftragsdurchlaufzeit dasselbe wie die Lieferzeit?

Nein. Die Lieferzeit, die dein Kunde erlebt, reicht von der Bestellung bis zur Zustellung. Sie enthält die Auftragsdurchlaufzeit plus die Laufzeit beim Versanddienstleister. Die Auftragsdurchlaufzeit endet mit dem Labeldruck.

Wie oft sollte ich die Auftragsdurchlaufzeit messen?

Mindestens wöchentlich, besser täglich. So erkennst du Ausreißer und kannst gegensteuern, bevor Kunden sich beschweren.

Was ist ein guter Wert?

Das hängt von deinem Sortiment und deinem Versprechen ab. Ein Händler mit „Versand am selben Tag“ braucht andere Werte als einer mit Sonderanfertigungen. Vergleiche dich mit deinen eigenen Vorwochen, nicht mit anderen.

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