EORI-Nummer: Was sie ist, wer sie braucht und wie du sie beantragst
Die EORI-Nummer brauchst du als Unternehmen für Zollvorgänge – etwa beim Versand in die Schweiz oder nach UK. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du sie beantragst und im Versand nutzt.

Inhaltsverzeichnis
- Was ist die EORI-Nummer genau?
- Wann brauchst du eine EORI-Nummer – und wann nicht?
- Schritt 1: Prüfen, ob du überhaupt betroffen bist
- Schritt 2: EORI-Nummer online beim Zoll beantragen
- Schritt 3: Nummer erhalten, prüfen und dokumentieren
- Schritt 4: EORI-Nummer bei Carriern hinterlegen
- Schritt 5: EORI-Nummer in den Versandprozess einbauen
- Was bei Änderungen zu tun ist
- Die EORI-Nummer im Tagesgeschäft
- So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um
- Häufige Stolpersteine
- Häufige Fragen zur EORI-Nummer
Die EORI-Nummer (Economic Operators Registration and Identification) ist eine EU-weit gültige Kennung, mit der Unternehmen bei Zollvorgängen identifiziert werden. In Deutschland vergibt sie der Zoll kostenlos; sie wird in Zollanmeldungen für Ein- und Ausfuhren angegeben.
- Die EORI-Nummer identifiziert dein Unternehmen bei Zollvorgängen in der gesamten EU – du brauchst sie in der Regel für Ausfuhren in Drittländer wie die Schweiz oder UK und für Importe.
- In Deutschland vergibt sie der Zoll kostenlos; beantrage sie mit Vorlauf, bevor die erste Drittlandsbestellung kommt.
- Hinterlege die Nummer dort, wo deine Zolldaten entstehen – bei Carrier und Versandsoftware.
Am Ende dieses Leitfadens weißt du genau, was die EORI-Nummer ist, wann du sie brauchst, wie du sie beantragst und wo du sie bei deinen Versanddienstleistern hinterlegst. Kein Zoll-Fachchinesisch, sondern der Ablauf aus Sicht eines Onlinehändlers.
Ein Beispiel: Du packst gerade eine Bestellung in die Schweiz. Alles läuft wie immer – bis der Carrier bei der Ausfuhr nach deiner EORI-Nummer fragt. Spätestens dann wird klar: Die EORI-Nummer ist kein Extra für große Exporteure, sondern die Grundlage für gewerbliche Zollvorgänge.
Die gute Nachricht: Die Beantragung ist kostenlos und in wenigen Schritten erledigt. Die schlechte: Wer den Antrag erst stellt, wenn die erste Drittlandsbestellung auf dem Tisch liegt, verliert Zeit. Also lass uns das vorher klären.
Was ist die EORI-Nummer genau?
EORI steht für Economic Operators Registration and Identification. Es ist eine Nummer, die dich als Wirtschaftsbeteiligten gegenüber den Zollbehörden der EU eindeutig identifiziert. Wirtschaftsbeteiligte, die Zollanmeldungen abgeben oder abgeben lassen, brauchen sie grundsätzlich. Sie gilt EU-weit – du beantragst sie einmal in dem Mitgliedstaat, in dem du ansässig bist, und kannst sie in der gesamten EU verwenden.
In Deutschland beginnt sie mit dem Länderkürzel „DE“, gefolgt von einer Ziffernfolge. Anders als in manchen anderen EU-Staaten wird sie hier nicht aus der Steuernummer oder USt-IdNr. abgeleitet. Beantragen können sie Unternehmen jeder Rechtsform, vom Einzelunternehmen bis zur GmbH. Auch Freiberufler und Kleinunternehmer können eine EORI-Nummer brauchen, wenn sie Waren über die EU-Grenze bewegen.
Wichtig: Die EORI-Nummer ist nicht dasselbe wie die USt-IdNr. und auch nicht dasselbe wie die DHL-EKP-Nummer. Sie ist ein eigenes Kennzeichen für den Zoll.
Wann brauchst du eine EORI-Nummer – und wann nicht?
Die kurze Antwort: In der Regel immer, wenn für dich als Unternehmen eine Zollanmeldung abgegeben wird. Die etwas längere Antwort hängt davon ab, was du versendest, wohin und mit welchem Warenwert. Für kleine Post- und Paketsendungen gibt es Vereinfachungen – viele Carrier fragen die EORI-Nummer bei gewerblichen Sendungen in Drittländer trotzdem ab.
| Situation | EORI-Nummer nötig? |
|---|---|
| Versand in die Schweiz, nach UK, Norwegen oder in die USA | In der Regel ja – Ausfuhr in ein Drittland (Vereinfachungen bei kleinen Postsendungen möglich) |
| Versand innerhalb der EU (z. B. Deutschland nach Frankreich) | Nein – im Binnenmarkt keine Zollanmeldung |
| Import von Ware aus China, Türkei oder UK | Ja – Einfuhranmeldung |
| Nur innerdeutscher Versand | Nein |
| Du versendest als Privatperson gelegentlich ein Paket | In der Regel nein – auslösend ist die gewerbliche Tätigkeit |
Ein typischer Stolperstein: Händler verkaufen über einen Marktplatz in die Schweiz und denken, der Marktplatz übernimmt alles. Verschickst du selbst aus deinem Lager, läuft die Ausfuhr in der Regel auf deinen Namen – dann brauchst du auch deine EORI-Nummer. Kläre das vor dem ersten Schweiz-Versand.
Wenn du planst, in die Schweiz oder nach UK zu verkaufen, beantrage die EORI-Nummer, bevor die erste Bestellung eingeht. Nachträglich beantragen kostet nur Nerven und manchmal eine liegengebliebene Sendung.
Schritt 1: Prüfen, ob du überhaupt betroffen bist
Bevor du irgendetwas beantragst, mach eine kurze Bestandsaufnahme. Versendest du Waren in Länder außerhalb der EU? Importierst du selbst Ware aus Drittländern? Trittst du als Anmelder oder als Anmelder-Erfasser gegenüber dem Zoll auf?
Wenn du eine dieser Fragen mit Ja beantwortest, brauchst du in aller Regel eine EORI-Nummer. Wenn du ausschließlich innerhalb Deutschlands oder der EU versendest und nichts importierst, brauchst du sie in der Regel nicht – es sei denn, dein Carrier oder Spediteur verlangt sie aus internen Gründen.
Prüfe auch, ob du bereits eine hast. Manche Unternehmen haben eine EORI-Nummer aus früheren Zeiten, wissen es aber nicht mehr. Ein Blick in alte Zollunterlagen oder eine Nachfrage beim Zoll schafft Klarheit.
Schritt 2: EORI-Nummer online beim Zoll beantragen
Zuständig ist in Deutschland die Generalzolldirektion. Den aktuellen Antragsweg – online über das Zoll-Portal – findest du auf zoll.de.
Was du bereithalten solltest:
- Firmenname, Rechtsform und Anschrift
- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Steuernummer
- Handelsregisternummer, falls vorhanden
- Kontaktdaten einer Ansprechperson
- Bei Vertretung: Vollmacht und Daten des Vertreters
Die Bearbeitung dauert je nach Auslastung einige Tage, manchmal länger. Plane den Antrag deshalb mit Vorlauf ein.
Die Beantragung ist kostenlos. Es gibt keine Gebühr für die Vergabe der EORI-Nummer.
Schritt 3: Nummer erhalten, prüfen und dokumentieren
Sobald die Nummer vergeben ist, prüfe die Schreibweise genau – ein Zahlendreher führt später zu fehlgeschlagenen Zollanmeldungen. Hinterlege sie an einer zentralen Stelle, auf die dein Team zugreifen kann: in der Versandsoftware, im Carrier-Portal, in der Buchhaltung.
Ein häufiger Fehler: Die EORI-Nummer ist nur an einer Stelle hinterlegt, die Zolldaten entstehen aber an einer anderen. Dann fehlt sie in der Anmeldung, und die Sendung kann sich verzögern. Die Nummer muss überall dort verfügbar sein, wo Zolldaten erzeugt werden.
Schritt 4: EORI-Nummer bei Carriern hinterlegen
Jeder Carrier hat seine eigene Stelle, an der die EORI-Nummer eingetragen wird – etwa in den Kundenstammdaten des Geschäftskundenkontos oder in den Zolldaten der einzelnen Sendung.
Wo genau das Feld bei DHL, Deutscher Post oder anderen Anbietern sitzt, steht in der Dokumentation des jeweiligen Carriers. Wichtig ist, dass die Nummer in den Zolldaten der Sendung ankommt – je nach Verfahren in der Zollinhaltserklärung (CN22/CN23) oder in der elektronischen Ausfuhranmeldung.
Wenn deine Versandsoftware ein Feld für die EORI-Nummer hat, hinterlege sie dort zentral. Dann muss niemand sie bei jeder Sendung abtippen.
Schritt 5: EORI-Nummer in den Versandprozess einbauen
Die Nummer einmal zu haben reicht nicht. Sie muss bei jeder Drittlandssendung verfügbar sein – in den Zolldaten, in der Ausfuhranmeldung und, wo verlangt, in der Handelsrechnung. Wenn dein Team bei jeder Schweiz-Bestellung manuell nachschauen muss, ist das ein Prozessrisiko.
Prüfe außerdem, ob dein Carrier die Nummer korrekt überträgt. Manche Anbieter verlangen sie zusätzlich in einem separaten Feld, andere ziehen sie aus den Stammdaten. Ein kurzer Testversand schafft Klarheit.
Was bei Änderungen zu tun ist
Ändern sich deine Firmendaten – etwa Name, Anschrift oder Rechtsform –, melde das zeitnah dem Zoll. Entsteht durch einen Rechtsformwechsel ein neues Unternehmen, kann eine neue EORI-Nummer nötig sein.
Ein weiterer Punkt: Innerhalb der EU brauchst du für ein Lager in einem anderen Mitgliedstaat keine zweite EORI-Nummer, sie gilt EU-weit. Drittländer haben eigene Regeln – für Einfuhren nach UK, bei denen du selbst Importeur bist, brauchst du zum Beispiel eine britische EORI-Nummer (GB…). Kläre das im Einzelfall mit dem Zoll oder einem Zolldienstleister.
Die EORI-Nummer im Tagesgeschäft
Im Alltag taucht die EORI-Nummer an mehreren Stellen auf: in den Zolldaten der Sendung, in der elektronischen Ausfuhranmeldung und häufig in der Handelsrechnung. Sorge dafür, dass dein Team weiß, wo sie steht und wofür sie gut ist.
Ein Tipp: Wenn du regelmäßig in die Schweiz oder nach UK versendest, lohnt sich ein kurzer interner Leitfaden. Eine Seite mit EORI-Nummer, Ansprechpartner und Ablauf bei Problemen spart im Ernstfall Zeit.
So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um
In beeShip druckst du Versandetiketten direkt aus dem Lager – über Carrier-Integrationen wie DHL (national, international und Express) oder die Deutsche Post für Briefe und Warenpost. Bei UPS erzeugt beeShip für Sendungen außerhalb der EU automatisch die Handelsrechnung aus den Artikeln der Bestellung. Über Versandregeln ordnest du Bestellungen nach Zielland automatisch dem passenden Versandprodukt zu. Die EORI-Nummer selbst hinterlegst du dort, wo dein Carrier sie für die Zolldaten erwartet. Mehr zum Zusammenspiel von Versand und Zoll findest du in unserem Beitrag zum internationalen Versand mit Shopify und Zoll.
Häufige Stolpersteine
- EORI-Nummer fehlt in den Zolldaten: Sie ist an einer Stelle hinterlegt, die Zolldaten entstehen aber an einer anderen.
- Verwechslung mit USt-IdNr.: Beide können ähnlich aussehen, sind aber unterschiedliche Kennungen. Für den Zoll zählt die EORI-Nummer.
- Erst bei der ersten Bestellung beantragen: Die Vergabe dauert einige Tage. Wer wartet, riskiert Verzögerungen.
- Änderungen nicht gemeldet: Neue Rechtsform, neue Adresse – die EORI-Nummer muss ggf. aktualisiert werden.
- Falsche Nummer im System: Ein Zahlendreher führt zu fehlgeschlagenen Zollanmeldungen. Prüfe die Nummer nach Erhalt genau.
- Annahme, der Marktplatz regelt alles: Versendest du selbst, läuft die Ausfuhr in der Regel auf deinen Namen.
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen zur EORI-Nummer
Was kostet die EORI-Nummer?
Die Beantragung und Vergabe der EORI-Nummer ist in Deutschland kostenlos. Es fallen keine Gebühren an.
Wie lange dauert die Beantragung?
Das hängt von der Auslastung beim Zoll ab – rechne mit einigen Tagen, manchmal länger. Beantrage sie deshalb, bevor die erste Drittlandsbestellung kommt.
Brauche ich eine EORI-Nummer für den Versand in die Schweiz?
Als gewerblicher Versender in der Regel ja. Die Schweiz ist Drittland, jede Sendung ist eine Ausfuhr. Für kleine Post- und Paketsendungen gibt es Vereinfachungen, viele Carrier fragen die EORI-Nummer aber trotzdem ab.
Kann ich mehrere EORI-Nummern haben?
In der EU bekommt jedes Unternehmen genau eine EORI-Nummer, die in allen Mitgliedstaaten gilt. Daneben kann eine Nummer eines Drittlands nötig sein, etwa eine britische EORI-Nummer für Importe nach UK. Kläre das mit dem Zoll oder einem Zolldienstleister.
Wir bauen Lagersoftware für Onlinehändler und Fulfiller im DACH-Raum – damit dein Lager schneller, fehlerfreier und unabhängiger versendet.
Weniger suchen, mehr versenden.
In einer kurzen Demo siehst du, wie beeShip Bestand, Lagerplätze und Versand für dich zusammenhält.
- Verdopple deine Versandkapazität
- Bis zu 99,9 % weniger Versandfehler
- Plug & Play mit Billbee, Shopify & Co.