Pick and Pack: Definition, Ablauf und typische Fehler

Pick and Pack ist der Kern jedes Lagers: kommissionieren, prüfen, verpacken, versenden. Wir zeigen den Ablauf in Schritten, typische Stolpersteine und wie du Fehler vermeidest.

Pick and Pack: Ablauf vom Picken über Prüfen und Packen bis zum Versandetikett
Inhaltsverzeichnis
  1. Pick and Pack in einem Satz erklärt
  2. Schritt 1: Aufträge richtig sortieren, bevor du loslegst
  3. Schritt 2: Picken – die Pickliste ist dein Kompass
  4. Schritt 3: Prüfen – hier entscheidet sich, ob der Kunde zufrieden ist
  5. Schritt 4: Packen – Karton, Polster, Beileger
  6. Schritt 5: Label, Wiegen, Übergabe
  7. Pick and Pack messen und verbessern
  8. So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um
  9. Häufige Stolpersteine in der Praxis
  10. Häufige Fragen zu Pick and Pack
Definition

Pick and Pack (auch Pick & Pack) bezeichnet das Kommissionieren und Verpacken von Bestellungen im Lager. Der Begriff umfasst das Zusammenstellen der Artikel (Picken) und das Verpacken inklusive Versandvorbereitung (Packen).

Auch genannt: Pick & Pack, Kommissionieren und Verpacken, Pick-and-Pack-Prozess, Picking und Packing

Pick and Pack ist der Weg einer Bestellung vom Regal bis zum versandfertigen Paket. Am Ende dieses Leitfadens weißt du, wie ein sauberer Ablauf aussieht, wo die typischen Fehlerquellen liegen und wie du mit einfachen Mitteln schneller und fehlerfreier versendest – egal ob du 50 oder 5.000 Bestellungen am Tag packst.

Es ist 9:47 Uhr, der DHL-Wagen kommt um 14 Uhr, und auf dem Tisch liegt ein Stapel Picklisten. Zwei Kolleginnen scannen Artikel, ein Kollege klebt Labels. Klingt nach Routine – bis ein Kunde anruft, weil die falsche Größe im Paket war. Genau hier zeigt sich, ob dein Pick-and-Pack-Prozess wirklich stabil ist oder nur an guten Tagen funktioniert.

Pick and Pack ist mehr als „Ware in Karton“. Es ist die Schnittstelle zwischen deinem Lager und dem Kundenerlebnis. Wer hier Fehler macht, zahlt doppelt: Retoure, Ersatzlieferung, verärgerter Kunde.

Aufträge sichtenOffene Bestellungen nach Priorität, Versandart und Lagerzone sortieren.
PickenArtikel laut Pickliste oder Scanner aus dem Regal holen.
PrüfenArtikel, Menge und Zustand per Scan oder Sichtkontrolle bestätigen.
PackenWare polstern, Karton wählen, Beileger einlegen, Karton verschließen.
Label & VersandVersandetikett drucken, Paket wiegen, Übergabe an den Carrier.
Pick and Pack Ablauf: fünf Schritte vom Auftrag über Picken und Packen bis zum Versandetikett
Pick and Pack in 5 Schritten – Vom Auftrag bis zum versandfertigen Paket – jeder Schritt hat seine eigenen Stolpersteine.

Pick and Pack in einem Satz erklärt

Pick and Pack beschreibt den Weg einer Bestellung vom Lagerregal bis zum versandfertigen Paket. „Pick“ heißt: die bestellten Artikel aus dem Lager holen. „Pack“ heißt: sie so verpacken, dass sie sicher ankommen – mit Lieferschein, Füllmaterial und Versandetikett.

In der Praxis verschwimmen die Grenzen. Manche Lager trennen Picken und Packen strikt (eine Person pickt, eine packt), andere lassen dieselbe Person beides machen. Beides ist richtig – es kommt auf Auftragsvolumen, Sortiment und Platz an.

Schritt 1: Aufträge richtig sortieren, bevor du loslegst

Bevor jemand zum Regal läuft, entscheidet sich die Effizienz. Sortiere offene Bestellungen nach:

  • Versandart – Express zuerst, Standard später.
  • Lagerzone – was nah beieinander liegt, wird zusammen gepickt.
  • Artikelanzahl – kleine Bestellungen lassen sich oft in einem Durchgang abarbeiten.
  • Kundenwunsch – Geschenkverpackung, Beileger, Teillieferung.
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Tipp aus der Praxis

Sortiere nicht nach Bestelleingang, sondern nach Weg. Wer quer durchs Lager läuft, verliert pro Auftrag Minuten – über den Tag summiert sich das zu Stunden.

Schritt 2: Picken – die Pickliste ist dein Kompass

Beim Picken holst du die Artikel aus dem Regal. Zwei Varianten sind üblich:

  • Auftragsbezogen: Eine Person pickt eine komplette Bestellung. Übersichtlich, aber viele Wege.
  • Zonen- oder Sammelpick: Mehrere Aufträge gleichzeitig, oft mit Trolley und Boxen. Schneller, aber mehr Sortieraufwand danach.

Die Kommissionierung ist der Oberbegriff – Pick and Pack ist der konkrete Ablauf dahinter. Wichtig: Die Pickliste muss zur Realität im Regal passen. Wenn Lagerplätze nicht gepflegt sind, sucht dein Team.

Ein ehrlicher Tipp: Investiere Zeit in saubere Lagerplatz-Labels. Klingt banal, spart aber jeden Tag Suchzeit.

Schritt 3: Prüfen – hier entscheidet sich, ob der Kunde zufrieden ist

Nach dem Picken wird geprüft. Das kann per Barcode-Scan, Sichtkontrolle oder beidem passieren. Ziel: falscher Artikel, falsche Menge und beschädigte Ware fallen auf, bevor der Karton zugeht.

Typische Fehlerquellen in diesem Schritt:

  • Ähnlich aussehende Varianten (Farbe, Größe) werden verwechselt.
  • Mengen werden geschätzt statt gezählt.
  • Beschädigungen am Artikel werden übersehen.
  • Seriennummern oder Chargen werden nicht erfasst, obwohl sie gebraucht werden.

Bei Lebensmitteln mit Ablaufdatum gilt: MHD ist nicht gleich Verbrauchsdatum. Nach dem MHD darf Ware grundsätzlich weiter verkauft werden, wenn sie einwandfrei ist – die Verantwortung liegt dann beim Verkäufer. Nach dem Verbrauchsdatum darf Ware dagegen nicht mehr in Verkehr gebracht werden (VO (EU) 1169/2011 Art. 24). Im Lager arbeitest du deshalb oft mit FIFO oder FEFO – das sind physische Lagerprinzipien, nicht zu verwechseln mit den Bewertungsverfahren FIFO/LIFO in der Buchhaltung. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Schritt 4: Packen – Karton, Polster, Beileger

Beim Packen geht es um Schutz, Präsentation und Effizienz. Drei Fragen musst du dir jedes Mal stellen:

  1. Welcher Karton passt – nicht zu groß, nicht zu klein?
  2. Wie viel Füllmaterial braucht der Artikel wirklich?
  3. Was muss mit rein: Lieferschein, Retourenschein, Beileger, Werbematerial?

Zu große Kartons kosten Füllmaterial und Volumen. Zu kleine Kartons riskieren Bruch. Wer viel Kleinkram versendet, sollte Standardgrößen definieren – das beschleunigt das Packen enorm.

Bei mehreren Paketen pro Bestellung: klar kennzeichnen, welches Paket welche Position enthält. Sonst wird die Retoure zum Rätsel.

Schritt 5: Label, Wiegen, Übergabe

Das Versandetikett ist der letzte Schritt. Wichtig:

  • Gewicht prüfen – besonders bei Mehrpaket-Sendungen.
  • Versanddienstleister und Service (z. B. Express) kontrollieren.
  • Paket zählen, bevor es auf die Rampe geht.

Pick and Pack messen und verbessern

Pick and Pack ist nie „fertig“. Zwei Dinge solltest du regelmäßig prüfen:

  • Fehlerquote: Wo passieren die meisten Fehler – beim Picken, Prüfen oder Packen?
  • Durchlaufzeit: Wie lange dauert eine Bestellung vom Auftrag bis zum Label?

Oft liegt der Hebel nicht in mehr Personal, sondern in weniger Suchzeit. Klare Lagerplätze, einheitliche Kartons, Scanner statt Zettelwirtschaft.

So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um

beeShip bietet für Pick and Pack zwei Umgebungen: die Auto-Pickstation für hohes Auftragsvolumen und den Packtisch für Einzelbestellungen oder bereits gepickte Ware. In der Auto-Pickstation arbeitest du Bestellungen nacheinander ab, scannst Artikel, prüfst Versandinfos und druckst das Etikett – danach lädt das System automatisch die nächste Bestellung. Der Packtisch unterstützt das Scannen von Picklisten, Trolleys oder einzelnen Artikeln sowie Mehrpaket-Sendungen. Gut zu wissen: beeShip empfiehlt Pick & Pack vor allem für Lager, in denen eine Person am Packtisch arbeitet. Packen mehrere Mitarbeiter parallel, passen Strategien wie die Rollende Kommissionierung oder die Sammelkommissionierung besser. Mehr dazu findest du unter Pick, Pack & Ship und in den Pick-&-Pack-Features.

Sechs typische Fehlerquellen beim Pick and Pack im Lager als Übersicht
Wo es im Lager hakt – Die meisten Fehler entstehen nicht beim Packen, sondern vorher – bei Sortierung und Prüfung.

Häufige Stolpersteine in der Praxis

  • Picklisten stimmen nicht mit den Lagerplätzen überein.
  • Varianten werden verwechselt, weil sie ähnlich aussehen.
  • Füllmaterial wird gespart – Bruchschäden sind die Folge.
  • Mehrpaket-Sendungen werden nicht sauber gekennzeichnet.
  • Retouren werden nicht in den Prozess zurückgespielt.
  • Kein Scanner, nur Zettel – Fehler fallen erst beim Kunden auf.

Häufige Fragen zu Pick and Pack

Was ist der Unterschied zwischen Kommissionierung und Pick and Pack?

Kommissionierung ist der Oberbegriff für das Zusammenstellen von Aufträgen. Pick and Pack beschreibt den konkreten Ablauf: Picken, Prüfen, Packen und Versandvorbereitung.

Muss ich Picken und Packen trennen?

Nein. Bei kleinen Volumina kann eine Person beides machen. Bei hohem Volumen ist die Trennung oft effizienter, weil sich jeder auf einen Schritt konzentriert.

Wie reduziere ich Fehler beim Pick and Pack?

Barcode-Scanning, klare Lagerplätze, einheitliche Kartons und eine Prüfstufe vor dem Verschließen. Visuelle Bestätigung hilft, Fehler früh zu erkennen.

Was gehört beim Pick and Pack ins Paket?

Neben der Ware meist der Lieferschein, je nach Shop auch Rechnung, Retourenschein oder Beileger. Lege fest, was standardmäßig hineinkommt, und prüfe es vor dem Verschließen – so fehlt nichts.

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