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Bestellvorschlag: Was er ist und wie du ihn richtig nutzt

Ein Bestellvorschlag sagt dir, was du wann nachbestellen solltest. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie er entsteht – aus Meldebestand, Reichweite und offenen Bestellungen.

Bestellvorschlag: Was er ist und wie du ihn richtig nutzt
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist ein Bestellvorschlag genau?
  2. Schritt 1: Stammdaten auf Vordermann bringen
  3. Schritt 2: Meldebestand richtig festlegen
  4. Schritt 3: Reichweite berechnen – wie lange reicht der Bestand?
  5. Schritt 4: Offene Bestellungen und Wareneingänge einrechnen
  6. Schritt 5: Bestellmenge bestimmen
  7. Schritt 6: Freigeben und bestellen
  8. So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um
  9. Häufige Stolpersteine
  10. Häufige Fragen zum Bestellvorschlag
Das Wichtigste vorab

Ein Bestellvorschlag ist eine rechnerisch oder manuell erstellte Empfehlung, welche Artikel in welcher Menge nachbestellt werden sollten. Er entsteht aus Meldebestand, Absatzreichweite, Lagerbestand und bereits offenen Bestellungen.

Auch genannt: Nachbestellempfehlung, Bestellvorschlag-Liste, Order Proposal, Beschaffungsvorschlag
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Bestellvorschlag ist eine Empfehlung – keine Bestellung. Die Freigabe bleibt bei dir.
  • Er entsteht aus Meldebestand, Reichweite, verfügbarem Bestand und bereits laufenden Bestellungen.
  • Ohne gepflegte Stammdaten wird der Vorschlag schnell unbrauchbar – Datenpflege ist die halbe Miete.

Am Ende dieses Leitfadens weißt du, wie ein Bestellvorschlag entsteht, welche Größen hineinspielen und wie du ihn so einsetzt, dass du weder in Lieferengpässe noch in volle Regale läufst.

Kennst du das? Montagmorgen, der Shop läuft, und plötzlich ist der Bestseller auf „nicht verfügbar“. Kein Nachschub da, Lieferzeit beim Großhändler zwei Wochen. Auf der anderen Seite stehen Artikel, die seit Monaten keiner kauft und Kapital binden. Genau hier setzt ein Bestellvorschlag an: Er soll dir rechtzeitig zeigen, was du nachbestellen musst – bevor es knapp wird.

Wer täglich mit Lagern arbeitet, weiß: Bestellen nach Bauchgefühl funktioniert eine Weile, dann kippt es. Ein sauber aufgebauter Bestellvorschlag ersetzt dieses Bauchgefühl durch Zahlen und macht aus „ich glaube, wir brauchen mehr“ zum Beispiel ein „wir brauchen 240 Stück, Lieferzeit 9 Tage, Bestand reicht noch 6 Tage“.

Stammdaten prüfenLieferzeit, Mindestbestellmenge, Verpackungseinheit – ohne diese Werte rechnet kein Vorschlag sinnvoll.
Meldebestand festlegenDer Punkt, an dem nachbestellt werden muss, damit die Ware rechtzeitig ankommt.
Reichweite berechnenWie viele Tage reicht der aktuelle Bestand beim durchschnittlichen Absatz?
Offene Bestellungen einrechnenWas ist schon unterwegs? Sonst bestellst du doppelt.
Bestellmenge bestimmenBedarf decken, Mindestmengen und Staffelpreise berücksichtigen.
Freigeben und bestellenVorschlag prüfen, anpassen, als Bestellung an den Lieferanten schicken.
Bestellvorschlag in sechs Schritten: Stammdaten, Meldebestand, Reichweite, offene Bestellungen, Bestellmenge, Freigabe
So entsteht ein Bestellvorschlag – von den Stammdaten über Meldebestand, Reichweite und offene Bestellungen bis zur Freigabe.

Was ist ein Bestellvorschlag genau?

Ein Bestellvorschlag ist eine Empfehlung, welche Artikel in welcher Menge nachbestellt werden sollten. Er kann aus einer einfachen Liste bestehen oder aus einer automatisch berechneten Tabelle mit Artikel, Bestand, Bedarf und Vorschlagsmenge. Wichtig: Der Vorschlag ist keine Bestellung. Er ist ein Vorschlag, den du prüfst und freigibst.

In der Praxis entsteht ein Bestellvorschlag aus dem Zusammenspiel mehrerer Kennzahlen. Die wichtigste Grundlage ist der Meldebestand. Dazu kommen die Absatzreichweite, der verfügbare Bestand und die bereits offenen Bestellungen beim Lieferanten. Wer diese vier Größen im Griff hat, hat auch den Vorschlag im Griff.

Und wer den Vorschlag nicht nur als Liste, sondern als Prozess versteht, landet schnell bei der Bedarfsermittlung. Beides hängt zusammen: Die Bedarfsermittlung liefert die Zahlen, der Bestellvorschlag macht daraus eine Handlungsempfehlung.

Schritt 1: Stammdaten auf Vordermann bringen

Bevor irgendein Vorschlag sinnvoll rechnen kann, brauchst du gepflegte Stammdaten. Dazu gehören Lieferzeit, Mindestbestellmenge, Verpackungseinheit und – falls relevant – Staffelpreise. Klingt banal, ist aber ein sehr häufiger Grund, warum Bestellvorschläge in der Praxis danebenliegen.

Typischer Stolperstein: Die Lieferzeit im System steht auf 3 Tage, tatsächlich dauert es 10. Der Vorschlag meldet dann viel zu spät. Oder die Verpackungseinheit ist 12, im System steht aber 1 – dann bestellst du 7 Stück und bekommst 84.

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Tipp aus der Praxis

Pflege Lieferzeiten lieber konservativ. Lieber einen Tag zu lang als einen zu kurz. Der Bestellvorschlag wird dadurch etwas früher ausgelöst – das ist günstiger als ein Lieferengpass.

Schritt 2: Meldebestand richtig festlegen

Der Meldebestand ist der Bestand, bei dem du nachbestellen musst, damit die Ware rechtzeitig ankommt. Er ergibt sich grob aus durchschnittlichem Tagesabsatz multipliziert mit der Lieferzeit – plus einem Sicherheitspuffer.

Nehmen wir ein Beispiel: Ein Artikel verkauft sich im Schnitt 20-mal pro Tag, die Lieferzeit beträgt 9 Tage. Dann brauchst du in der Lieferzeit 180 Stück. Kommt ein Sicherheitspuffer von 3 Tagen dazu, liegt der Meldebestand bei 240 Stück. Sinkt der Bestand darunter, taucht der Artikel im Bestellvorschlag auf.

Der Puffer ist Geschmackssache und hängt von der Schwankung ab. Bei Saisonartikeln oder Aktionsware darf er größer sein. Bei ruhigen Artikeln reicht ein kleiner Puffer.

Schritt 3: Reichweite berechnen – wie lange reicht der Bestand?

Die Reichweite sagt dir, wie viele Tage der aktuelle Bestand beim durchschnittlichen Absatz noch reicht. Sie ist die zweite wichtige Kennzahl im Bestellvorschlag. Formel: verfügbarer Bestand geteilt durch durchschnittlichen Tagesabsatz.

Die Kunst liegt im „durchschnittlich“. Nimmst du die letzten 7 Tage, reagiert der Vorschlag schnell, aber auch nervös – ein einzelner Aktionstag verzerrt alles. Nimmst du 90 Tage, ist es ruhiger, aber du reagierst träge auf Trends. Ein mittlerer Zeitraum, etwa 30 Tage, ist oft ein guter Startwert.

Wichtig: Reichweite ist nicht gleich Bestellvorschlag. Ein Artikel kann eine Reichweite von 2 Tagen haben, aber bereits eine offene Bestellung beim Lieferanten. Reicht diese Bestellung aus, ist der Vorschlag null – sonst bestellst du doppelt.

Schritt 4: Offene Bestellungen und Wareneingänge einrechnen

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein Bestellvorschlag, der offene Bestellungen ignoriert, führt zu Überbeständen. Du musst also wissen: Was ist schon beim Lieferanten bestellt, aber noch nicht da?

In einem sauberen Prozess hast du für jede Bestellung einen Status: Entwurf, bestellt, teilweise erhalten, vollständig erhalten, storniert. Nur die Status „bestellt“ und „teilweise erhalten“ zählen für den Bestellvorschlag als unterwegs.

Wenn du hier mit Shop-Systemen wie Shopware arbeitest, lohnt ein Blick auf die Lieferantenbestellungen in Shopware – dort siehst du, wie Bestellungen und Wareneingänge zusammenspielen.

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Schritt 5: Bestellmenge bestimmen

Jetzt wird gerechnet. Die Bestellmenge soll den Bedarf bis zur nächsten Lieferung decken – nicht mehr, nicht weniger. Eine einfache Formel: Bedarf während Lieferzeit plus Puffer minus verfügbarer Bestand minus offene Bestellungen.

Dann kommen die Lieferanten-Regeln dazu: Mindestbestellmenge, Verpackungseinheit, Staffelpreise. Der rechnerische Vorschlag von 7 Stück wird bei Verpackungseinheit 12 eben zu 12. Das ist kein Fehler, sondern eine Anpassung an die Realität.

Und dann ist da noch die Frage: Wie oft bestellst du überhaupt? Wer jeden Tag bestellt, hat kleine Mengen und hohe Versandkosten. Wer einmal pro Woche bestellt, hat größere Mengen und mehr Kapitalbindung. Der Bestellvorschlag hilft dir, hier eine Linie zu finden.

Schritt 6: Freigeben und bestellen

Der Bestellvorschlag ist fertig – jetzt kommt der wichtigste Teil: Du prüfst ihn. Automatische Vorschläge sind gut, blind bestellen ist schlecht. Schau drüber: Gibt es Aktionen, Sonderbestellungen, Lieferantenwechsel? Muss ein Artikel manuell hoch- oder runtergesetzt werden?

Danach wandelst du den Vorschlag in eine Bestellung um und schickst sie an den Lieferanten. Idealerweise direkt aus dem System, mit Bestellnummer, Datum und Status. So weißt du jederzeit, was unterwegs ist – und der nächste Bestellvorschlag rechnet korrekt.

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Merksatz

Ein Bestellvorschlag ist so gut wie die Daten, aus denen er entsteht. Stammdaten, Absatzdaten und offene Bestellungen müssen stimmen – sonst rechnet das beste System Unsinn.

So setzt du das mit einer Lagerverwaltung wie beeShip um

Ein Bestellvorschlag rechnet nur dann richtig, wenn offene Bestellungen und Wareneingänge sauber im System stehen. Genau hier hilft eine Lagerverwaltung wie beeShip: Im Lieferanten-Modul pflegst du deine Lieferanten, legst Lieferantenbestellungen mit Menge, Einkaufspreis und erwartetem Lieferdatum an und siehst in der Bestellübersicht, was offen ist. Bestellungen durchlaufen die Status Entwurf, Bestellt, Teilweise erhalten, Vollständig erhalten und Storniert.

Beim Wareneingang erfasst dein Team die tatsächlich gelieferte Menge, Abweichungen werden dokumentiert und der Lagerbestand wird direkt aktualisiert. Zwei Fortschrittsbalken zeigen, wie viel angekommen und wie viel schon eingelagert ist. So hast du die Daten, die du für Meldebestand, Reichweite und offene Mengen brauchst, an einem Ort – und der Bestellvorschlag wird zur Routine statt zur Kopfarbeit.

Sechs typische Stolpersteine beim Bestellvorschlag im Lageralltag
Wo es in der Praxis hakt – Diese sechs Punkte sorgen dafür, dass Bestellvorschläge in der Praxis danebenliegen.

Häufige Stolpersteine

  • Veraltete Lieferzeiten: Der Vorschlag kommt zu spät, weil die Stammdaten nicht gepflegt sind.
  • Offene Bestellungen ignoriert: Doppelbestellungen und Überbestand sind die Folge.
  • Falscher Absatzzeitraum: 7 Tage machen nervös, 90 Tage machen träge. Finde deinen Mittelweg.
  • Verpackungseinheiten vergessen: Der Vorschlag sagt 7, der Lieferant liefert nur in 12er-Kartons.
  • Blind bestellen: Ein Vorschlag ist eine Empfehlung. Ohne Prüfung wird er gefährlich.
  • Saison und Aktionen nicht berücksichtigt: Der Vorschlag rechnet mit dem Durchschnitt – nicht mit dem Peak.
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Ehrlicher Tipp

Fang klein an. Starte mit dem Bestellvorschlag für deine wichtigsten Artikel, zum Beispiel die Top 50, prüfe zwei, drei Wochen, wie gut die Vorschläge passen, und erweitere dann. Alles auf einmal umzustellen überfordert schnell.

Häufige Fragen zum Bestellvorschlag

Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Bestellvorschlag?

Der Meldebestand ist ein fester Wert pro Artikel: Sinkt der Bestand darunter, wird nachbestellt. Der Bestellvorschlag ist die konkrete Empfehlung, was und wie viel bestellt werden soll – er berücksichtigt zusätzlich Reichweite, offene Bestellungen und Lieferantenregeln.

Kann ich einen Bestellvorschlag automatisch erzeugen lassen?

Ja, viele Warenwirtschafts- und Lagersysteme können das. Voraussetzung sind gepflegte Stammdaten und aktuelle Absatz- sowie Bestelldaten. Ob und wie das in deinem System funktioniert, steht im jeweiligen Handbuch.

Wie oft sollte ich einen Bestellvorschlag prüfen?

Das hängt von deinem Bestellrhythmus ab. Tägliche Prüfung ist bei schnell drehenden Artikeln sinnvoll, wöchentlich bei ruhigerem Sortiment. Wichtiger als die Frequenz ist die Regelmäßigkeit.

Was mache ich, wenn der Bestellvorschlag nicht zu meinem Bauchgefühl passt?

Dann prüfe die Daten: Lieferzeit, Absatzzeitraum, offene Bestellungen. Meist liegt der Fehler in den Stammdaten, nicht im Vorschlag. Wenn die Daten stimmen und dein Bauchgefühl trotzdem widerspricht, justiere den Sicherheitspuffer.

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